Dokumentarfilme

Der Mensch meines Lebens bin ich

Verena Stefan

Ein Film von Christian Walther

Dokumentarfilm, 52min, SRF, Sternstunde Kunst

Buch und Regie: Christian Walther
Kamera: Daniel Leippert, Alexandra Czok, Rénald Bellemare
Ton: Nadja Gubser, Olivier JeanRichard, Martyne Morin
Musik: Sandra Stadler
Schnitt: Gisela Weibel
Grading: Christian Müller, Schnittplatz
Tonschnitt, Mischung: himex:sounddesign Peter von Siebenthal

Produzent: Pedro Haldemann, Insertfilm AG
Ko-Produktion:  SRF Sternstunde Kunst

Produktion: Insertfilm AG / CoProd. SRF Sternstunde Kunst

 

«Die erste kolonialisierung in der geschichte der menschheit war die der frauen durch die männer.»

«Alle gängigen ausdrücke (…) die den koitus betreffen, sind brutal und frauenverachtend (bohren, reinjagen, stechen, verreissen)… der linke jargon ist nicht besser: schwanz, möse, bumsen…»

Das schreibt Verena Stefan 1975. Ihr Buch «Häutungen» verkauft sich mehrere Hunderttausend Mal, die Autorin wird berühmt, gefeiert und angefeindet – auch aus den eigenen Reihen – und zieht sich bald darauf aufs Land zurück. Später schreibt sie andere Bücher, unter anderem über ihre Mutter und ihren Grossvater. Sie sind stets sehr persönlich, aber gerade deshalb können viele Menschen an die erzählten Erfahrungen und Gedanken Verena Stefans anknüpfen.

Der Film «Der Mensch meines Lebens bin ich» erzählt Verena Stefans Leben mit archivierten Interviews und Textstellen aus ihren Werken. Dazu führen wir ausführliche Gespräche mit Weggefährtinnen wie Cristina Perincioli in Berlin und Lise Moisan in Montréal.

Wir wollen uns in die Zeit zurückversetzen, als «Häutungen» erschien. 1975 war das internationale Jahr der Frau, aber in der BRD und der Schweiz brauchten die Frauen die Erlaubnis des Mannes, um Verträge zu unterschreiben. Der Schwangerschaftsabbruch war untersagt. Hinter den Kulissen war vieles in Bewegung: kulturell, gesellschaftspolitisch, sexuell.

All diese Entwicklungen und Erfahrungen werden an der Gegenwart gespiegelt, zum Beispiel am Schweizer Frauenstreik im Juni 2019, und am Werden und Vergehen der Natur. Letztlich geht es um die grosse Frage: «Wie kann ich ein selbstbestimmtes Leben führen?»

BRÜTEN WIR DIE WELT NEU AUS: TAGUNG UND PREMIERE ZU 50 JAHRE «HÄUTUNGEN» VON VERENA STEFAN

 
 
 

Samstag, 22. November 2025, 13.30 bis 18.30 Uhr, bzw. 20.30 bis 22 Uhr
PROGR (Aula), Waisenhausplatz 30, Bern

Verena Stefans Text «Häutungen»ist ein feministisches Manifest – persönlich, sprachmächtig, lesbisch, revolutionär, hunderttausende Male verkauft. Fünfzig Jahre später wird der Text neu entfaltet: In zwei Podien und einer Lesung wird das Werk und Wirken von Verena Stefan aufgerollt.

Verena Stefan gehörte zu den Mitbegründerinnen der Gruppe «Brot und Rosen», die ein neues Bewusstsein für den weiblichen Körper und dessen Sexualität schuf. In einem der damals gegründeten Kleinstverlage, «Frauenoffensive», gab Verena Stefan 1975 ihr Debüt «Häutungen» heraus, das mit einer halben Million verkaufter Exemplare sehr bald ein riesiger, auch unerwarteter Erfolg wurde. Es handelt sich bei «Häutungen» auch 50 Jahre nach seinem Erscheinen um einen Text von bestechender Aktualität wie Qualität. Verena Stefan zeichnet darin nicht nur die untrennbaren Verbindungslinien zwischen Sexualität, Körperlichkeit und Begehren nach, über die sich Machtverhältnisse und hierarchische Ordnungsgefüge konstituieren, sondern entwirft ein poetisches Verfahren – einen Mix von autobiographischen Aufzeichnungen, Gedichten, Träumen, Analysen – womit sie den weiblichen Körper mit einer Sprache aus «Hautworte[n]» neu einkleidet.

Mit der Inszenierung «Brüten wir die Welt neu aus» – ein Zitat aus «Häutungen» – wird dieses Werk nun als sprachliches Arrangement auf die Bühne gebracht, das sich Verena Stefans Literatur zu nähern versucht.

Szenische Lesung: Kathrin Veith
Illustration, Farbe, Stoff: Dinah Wernli
Inszenierung: Maja Bagat und Anouk Gyssler
Konzept: Mariann Bühler und Tabea Steiner

 

PROGRAMM

13.30 Uhr: Podium «Weggefährtinnen»:
Madeleine Marti, Annemarie Pfister, Liliane Studer, Moderation: Marah Rikli

14.45 Uhr: Screening «Der Mensch meines Lebens bin ich»:
Dokumentarfilm über Verena Stefan von Christian Walther

16.30 Uhr: Podium «Überlieferung»:
mit Christa Binswanger, Franziska Schutzbach, Therese Shire, Vera Thomann. Moderation: Seraina Walser 

17.45 Uhr: Lesung «Fortbestand»:
mit Jessica Jurassica. Moderation: Jann Kraus

20.30 Uhr: Premiere der Inszenierung «Brüten wir die Welt neu aus»

                                                        Poster