Der Mensch meines Lebens bin ich (AT)

Ein Dokumentarfilm von Christian Walther

«Die erste kolonialisierung in der geschichte der menschheit war die der frauen durch die männer.» 

«Alle gängigen ausdrücke (…) die den koitus betreffen, sind brutal und frauenverachtend (bohren, reinjagen, stechen, verreissen)… der linke jargon ist nicht besser: schwanz, möse, bumsen…» 

Das schreibt Verena Stefan 1975. Ihr Buch «Häutungen» verkauft sich mehrere Hunderttausend Mal, die Autorin wird berühmt, gefeiert und angefeindet – auch aus den eigenen Reihen – und zieht sich bald darauf aufs Land zurück. Später schreibt sie andere Bücher, unter anderem über ihre Mutter und ihren Grossvater. Sie sind stets sehr persönlich, aber gerade deshalb können viele Menschen an die erzählten Erfahrungen und Gedanken Verena Stefans anknüpfen. 

Der Film «Der Mensch meines Lebens bin ich» erzählt Verena Stefans Leben mit archivierten Interviews und Textstellen aus ihren Werken. Dazu führen wir ausführliche Gespräche mit Weggefährtinnen wie Cristina Perincioli in Berlin und Lise Moisan in Montréal. 

Wir wollen uns in die Zeit zurückversetzen, als «Häutungen» erschien. 1975 war das internationale Jahr der Frau, aber in der BRD und der Schweiz brauchten die Frauen die Erlaubnis des Mannes, um Verträge zu unterschreiben. Der Schwangerschaftsabbruch war untersagt. Hinter den Kulissen war vieles in Bewegung: kulturell, gesellschaftspolitisch, sexuell. 

All diese Entwicklungen und Erfahrungen werden an der Gegenwart gespiegelt, zum Beispiel am Schweizer Frauenstreik im Juni 2019, und am Werden und Vergehen der Natur. Letztlich geht es um die grosse Frage: «Wie kann ich ein selbstbestimmtes Leben führen?»

Dokumentarfilm, 52min, SRF, Sternstunde Kunst

Buch und Regie: Christian Walther
Kamera: Daniel Leippert, Alexandra Czok, Rénald Bellemare
Ton: Nadja Gubser, Olivier JeanRichard, Martyne Morin
Musik: Sandra Stadler
Schnitt: Gisela Weibel
Grading: Christian Müller, Schnittplatz
Tonschnitt, Mischung: himex:sounddesign Peter von Siebenthal

Produzent: Insertfilm AG, Pedro Haldemann
Ko-Produktion:  SRF Sternstunde Kunst